
Auf der Produktion lernt man, bereits im ersten Moment nach dem Einschalten der Lampe deren Eigenschaften zu erkennen. Dieses erste Leuchten sagt mehr aus als jede technische Spezifikation.
Ein kühles, bläulich-weißes Licht deutet darauf hin, dass es sich um eine Lampe handelt, die mit einem hohen Druck an Quecksilberdampf arbeitet – und somit viel Kurzwellenenergie abgibt. Dadurch entsteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Bildung von Ozon. Ein wärmeres, nahezu reines Weiß hingegen signalisiert, dass die Lampe so konzipiert ist, dass kein Ozon entsteht. Sie ist außerdem auf den wellenlängenbereich von 200–280 nm abgestimmt, wodurch keine Nebenprodukte entstehen, die Kopfschmerzen verursachen könnten.
Diese schnelle visuelle Überprüfung ist die erste Verteidigungslinie gegen Lampen, die falsch hergestellt wurden.
Was wirklich wichtig ist: Eine ozonfreie UV-Lampe erreicht dieses Ziel, indem sie den Standardluftinhalt durch eine kontrollierte Gasmischung ersetzt – meist Stickstoff oder andere Inertgase – und dabei spezielle Quarzkapseln verwendet. Dadurch ändert sich das Spektrum der Ausstrahlung, und die 185-nm-Welle, die Ozon erzeugt, wird unterbunden.
Für Trockenprozesse sorgt dieses Design dafür, dass eine stabile Strahlungsintensität bei 365 nm und 385 nm gewährleistet wird. Dadurch werden Photoinitiatoren tief im Material aktiviert – nicht nur an der Oberfläche. Die maximale Strahlungsintensität sollte über 1.200 mW/cm² liegen, wobei die Energiedichte über die gesamte Oberfläche gleichmäßig bleibt.
Warum das wichtig ist: In industriellen Druck- und Beschichtungsanlagen muss die Lampe eine sofortige Vernetzung des Materials ermöglichen – ohne dass Sauerstoff an der Oberfläche dazu führt, dass der Prozess gestört wird. Die ozonfreie Konstruktion sorgt dafür, dass die Strahlung tief ins Material eindringt – ohne dass das Substrat beschädigt wird. Das führt zu höheren Produktionsgeschwindigkeiten, weniger Ausschuss aufgrund unvollständiger Trocknung sowie zu einer saubereren Arbeitsumgebung, die den Anforderungen bezüglich Umweltschutz und Arbeitssicherheit entspricht – ohne dass zusätzliche Reinigungsanlagen oder Belüftungssysteme erforderlich sind.
Was man beachten muss: Bei diesen Lampen ist die Ausrichtung des Reflektors sowie die Stabilität der Leistung besonders wichtig. Wenn die dichroitische Beschichtung des Reflektors nicht korrekt ist, ändert sich die effektive Wellenlänge – dadurch wird die Tiefe der Trocknung verringert.
Außerdem ist die warmweiße Farbe kein rein kosmetisches Merkmal – sie gibt direkt Aufschluss über die innere Gasmischung. Wenn die Lampe während des Betriebs wieder in Richtung kühles Blau wechselt, deutet das auf einen Verschleiß oder eine Verunreinigung der Lampe hin.
Ersetzen Sie die Lampen entsprechend den Messwerten des Spektralradiometers – und nicht nur nach der Anzahl der Betriebsstunden.